Am 01.10.26 besuchten die Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrgangs der GHS Groß Ilsede die Gedenkstätte Ahlem in Hannover. Von 9:30 Uhr bis 14:00 Uhr setzten sich die Klassen 9a und 9b in zwei Gruppen intensiv mit der Geschichte des Nationalsozialismus und insbesondere mit der Verfolgung und Ermordung jüdischer Menschen auseinander.
Die Geschichte des Ortes reicht bis in das Jahr 1893 zurück: Der jüdische Bankier und Mäzen Moritz Simon gründete in Ahlem eine Gartenbauschule. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Ort jedoch zu einem Schauplatz der Verfolgung und Gewalt. Heute ist die Gedenkstätte ein Erinnerungsort und zugleich ein wichtiger Lernort, an dem Jugendliche sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinandersetzen können.
Die Schülerinnen und Schüler hatten zunächst die Möglichkeit, zahlreiche Fragen zu stellen und sich aktiv einzubringen. Im Laufe des Besuchs wurde ihnen deutlich gemacht, wie jüdischen Menschen in Deutschland Schritt für Schritt ihre Rechte genommen wurden – obwohl sie deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger waren und sich selbst als Teil der deutschen Gesellschaft verstanden.
Besonders eindrücklich waren die Berichte über die Schicksale der Opfer. Teilweise waren die geschilderten Erlebnisse brutal und erschütternd. Sie machten deutlich, welches Leid die nationalsozialistische Verfolgung über Menschen und Familien brachte. Gleichzeitig beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit der Frage: Wer waren die Täter? Die Auseinandersetzung mit dieser Frage zeigte, dass Verbrechen nicht nur abstrakt in Geschichtsbüchern stattfinden, sondern von Menschen begangen und durch gesellschaftliche Entwicklungen, Ausgrenzung und Mitwirkung ermöglicht wurden.
Der Besuch der Gedenkstätte Ahlem war deshalb weit mehr als eine Geschichtsstunde außerhalb der Schule. Er erinnerte daran, wohin Ausgrenzung, Antisemitismus, Rassismus und die Missachtung demokratischer Grundwerte führen können.
Niemals vergessen bedeutet auch, Verantwortung für die Gegenwart zu übernehmen. Jüdische Menschen und alle anderen, die anders denken, glauben oder leben, dürfen nicht diskriminiert oder ausgegrenzt werden. Demokratie, Menschenwürde, Respekt und die Achtung der Rechte jedes Einzelnen sind Werte, für die es einzustehen gilt.
Der Besuch hat den Schülerinnen und Schülern gezeigt, wie wichtig es ist, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, aus ihr zu lernen und sich für eine demokratische und respektvolle Gesellschaft einzusetzen.







